Heilpilz Ahornholzkeule, Xylaria longipes

Geruch: neutral
Geschmack: mild, unbedeutend
Fruchtkörper: 1–2 (2,5) cm breit, 3–8 (9) cm hoch, jung weißlich mit dunkler Basis, später graubraun bis schwarz, keulenförmig, auch zungenförmig, rauwarzig, feinkörnig
Fleisch: weiß
Stiel: jung weißlich mit dunkler Basis, später graubraun bis schwarz, keulenförmig, rauwarzig, feinkörnig, Basis verjüngt, übergangslos zum gesamten Fruchtkörper
Sporenpulverfarbe: unreife weiß, reife schwarz (13–16 x 5,5–7,5 µm). Sporenvergleich zu der Veränderliche Holzkeule = XYLARIA POLYMORPHA ca. 22–29 x 7–9 µm
Vorkommen: auf totem Laubholz, gern Ahorn, aber auch an anderen Laubhölzer wie Buche, Esche, Folgezersetzer, ganzjährig
Gattung: Holzkeulen
Verwechslungsgefahr: Vielgestaltige Holzkeule (veränderlich in der Breite und größere Sporen) sowie die Zungenkernkeule (diese ist nicht innen weiß und wächst nicht auf Holz), sondern auf der Hirschtrüffel oder andere Holzkeulen z. B. Geweihförmige Holzkeule

Die Ahornholzkeule und ihre Wirkung
In vitro-Studien zeigen antiproliferative Polyketide, die das Wachstum von Krebszellen hemmen, sowie cytotoxische Cytochalasane mit zytotoxischen Effekten gegen verschiedene Zelllinien.
Weitere in vitro-Ergebnisse umfassen antifungale Aktivität durch Verbindungen wie Xylaramide, die gegen Pilze wirksam sind, und antibakterielle Effekte gegen multiresistente Bakterien wie Staphylococcus aureus und Pseudomonas aeruginosa.
Sesquiterpenoide und Diterpenoide aus dem Pilz demonstrieren in Zellkulturen entzündungshemmende und antimikrobielle Eigenschaften, während Thiopyranodipyridine-Alkaloide wie Xylaridine C und D strukturell einzigartige bioaktive Profile aufweisen. In vivo-Studien an Modellorganismen deuten auf potenzielle Anti-Psoriasis-Effekte durch diverse Metabolite hin, die Entzündungen reduzieren könnten, sowie auf hepatoprotektive Wirkungen
Traditionelle Anwendungen
In der Naturheilkunde und traditionellen Medizin werden Arten der Gattung Xylaria, einschließlich Xylaria longipes, in Kulturen wie der chinesischen, tibetischen und indischen genutzt, oft zur Behandlung von Schlaflosigkeit, Traumata, Magenbeschwerden oder als tonisierendes Mittel zur Stärkung des Immunsystems und der allgemeinen Vitalität, wobei der Pilz in Form von Aufgüssen oder Pulvern verwendet wird, obwohl spezifische Anwendungen für Xylaria longipes seltener dokumentiert sind und sich eher auf verwandte Arten wie Xylaria nigripes beziehen, die bei neurologischen Störungen eingesetzt werden.

Inhaltsstoffe der Ahornholzkeule
Der Pilz enthält eine Reihe wichtiger Inhaltsstoffe, darunter Polyketide mit antiproliferativen Eigenschaften, Cytochalasane als cytotoxische Agenten, Sesquiterpenoide und Diterpenoide mit antimikrobiellen Effekten, Thiopyranodipyridine-Alkaloide wie Xylaridine C und D, die einzigartige Strukturen aufweisen, sowie weitere Metabolite wie Xylaramide als antifungales Mittel und diverse Sekundärmetaboliten, die in Abhängigkeit von Kulturbedingungen variieren und bioaktive Potenziale in Bereichen wie Entzündungshemmung und Zellwachstumsregulierung bieten.
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Besonderheit: sehr häufiger Pilz
Kommentar: Holzkeulen sind leicht kenntlich, wenn das Merkmal „Fleisch weiß“ bei frischen jungen Pilzen beachtet wird. In England werden die Langstielige Holzkeule und die Vielgestaltige Holzkeule DEAD MAN´S FINGERS = DIE FINGER DES TOTEN MANNES genannt.
Verwendete Quellen
Kittiwan Sresuksai et al. (2024). Antiproliferative polyketides from fungus Xylaria cf. Longipes SWUF08-81 in different culture media. Verfügbar unter: https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC10770013/ [abgerufen am 9.12.2025].
Deshmukh, S. K. et al. (2021): Application of Selected Species of the Genus Xylaria in Traditional Medicine. Verfügbar unter: https://www.taylorfrancis.com/chapters/edit/10.1201/9781003191278-11/application-selected-species-genus-xylaria-traditional-medicine-sunil-deshmukh-kandikere-sridhar-manish-gupta [abgerufen am 9.12.2025].
Zhen-Zhu Zhao et al. (2025): Diverse metabolites with anti-psoriasis potential from different strains of Xylaria longipes. Verfügbar unter: https://imafungus.pensoft.net/article/153522/ [abgerufen am 9.12.2025].
Lee, J. S. et al. (2024): Structures and Biological Activities of Secondary Metabolites from the Genus Xylaria. Journal of Fungi, 10(3), S. 190. DOI: 10.3390/jof10030190. Verfügbar unter: https://www.mdpi.com/2309-608X/10/3/190 [abgerufen am 9.12.2025].
Wen-Xuan Wang et al. (2019): Cytotoxic cytochalasans from fungus Xylaria longipes. Verfügbar unter: https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0367326X19313462 [abgerufen am 9.12.2025].
Kevin Becker & Marc Stadler (2020): Recent progress in biodiversity research on the Xylariales and their secondary metabolism. Verfügbar unter: https://www.nature.com/articles/s41429-020-00376-0 [abgerufen am 9.12.2025].
Jing Li et al. (2019): Xylaridines C and D, Unusual Thiopyranodipyridine Alkaloids from the Fungus Xylaria longipes. Verfügbar unter: https://pubs.acs.org/doi/10.1021/acs.orglett.9b02311 [abgerufen am 9.12.2025].