Buchenrasling-Shimeji

Der Buchenrasling (Shimeji) und seine Wirkung

Verfasst von Mag.a Sissi Kaiser und Tom Beyer, Mitgliedern des wissenschaftlichen Beirats der Mycoverse Foundation. Primärquelle: Buch „Heimische Baumpilze – Rezepte & Anleitungen für die Hausapotheke“ (2025)

Der Buchenrasling, auch Shimeji genannt, ist ein essbarer und medizinisch wirksamer Pilz, der in der traditionellen asiatischen Medizin geschätzt wird. Er überzeugt durch nussigen Geschmack und bioaktive Eigenschaften, die in Studien antioxidative, immunstärkende und entzündungshemmende Effekte zeigen.

Schnellübersicht: Der Buchenrasling und seine Heilwirkung

  • Wissenschaftlicher Name: Hypsizygus tessellatus (Synonym: Hypsizygus marmoreus).
  • Gängige Namen: Buchenrasling, Shimeji, Beech Mushroom.
  • Pilztyp: Saprotrophischer Holzzerstörer, essbar und kultivierbar.
  • Vorkommen: Auf totem Hartholz in temperierten Wäldern Ostasiens und Nordamerikas, hauptsächlich im Herbst.
  • Heilwirkungen: Antioxidativ, immunmodulierend, entzündungshemmend, antimikrobiell, potenziell antitumor und cholesterinsenkend.
  • Traditionelle Verwendung: In der asiatischen Naturheilkunde zur Stärkung des Immunsystems, gegen Erschöpfung und Atemwegsprobleme.

Heilwirkungen und Verwendungen

Der Buchenrasling enthält bioaktive Substanzen, die in Studien vielfältige Effekte zeigen. Traditionell wird er als Tonikum eingesetzt, um das Immunsystem zu stärken und Infektionen vorzubeugen. Moderne Forschung belegt seine Rolle bei der Reduktion oxidativen Stresses, Entzündungen und sein Potenzial bei der Krebshemmung.

Antioxidative Eigenschaften , antimikrobielle Effekte wirken gegen Bakterien und Pilze, während entzündungshemmende Wirkungen in Mäuse-Modellen bei Lungenentzündungen (LPS-induziert) beobachtet wurden.

Immunmodulatorische Aktivitäten die Makrophagen aktivieren und das Immunsystem stärken. Antitumorale Potenziale zeigen sich in der Hemmung von Krebszellen wie Leukämie (U937) oder Brustkrebs (MCF-7, MDA-MB-231).

Weitere Effekte umfassen cholesterinsenkende, antiatherosklerotische und anti-Adipositas Wirkungen die ein Potenzial bei Stoffwechselstörungen sind.

Zubereitungen in der Kulinarik

Kulinarisch eignet sich der Pilz für Suppen, Salate und typische asiatische Gerichte dank seines umami-reichen Geschmacks. Medizinisch wird er als Tee, Extrakt oder Nahrungsergänzung verwendet. Empfohlene Dosierung laut Quellen: 5–10 g getrocknet pro Tag als Bestandteil der Ernährung. In der Naturheilkunde dient er zur Unterstützung bei Immunschwäche, Cholesterinproblemen und als Adjuvans in Therapien.

Anwendungsbereiche in der Naturheilkunde

In der Naturheilkunde wird Hypsizygus tessellatus traditionell zur Immunstärkung, bei Erschöpfung und Atemwegserkrankungen eingesetzt. Seine antiviralen und antibakteriellen Eigenschaften unterstützen bei Infektionen, während cholesterinregulierende Effekte Herz-Kreislauf-Gesundheit fördern. Als Adjuvans in Krebstherapien wird er für seine antiproliferativen Wirkungen geschätzt.

Wichtige Inhaltsstoffe mit Heilpotenzial

Der Pilz ist reich an Polysacchariden wie β-Glucanen, die immunstimulierend und cholesterinsenkend wirken. Phenolische Verbindungen, Flavonoide, Tocopherole und Indolderivate bieten antioxidativen Schutz. Vitamine (Niacin, B-Vitamine, Vitamin D), Aminosäuren (Glutaminsäure, Asparaginsäure) und Sterole ergänzen das Profil.

Weitere Vorteile des Buchenraslings

Neben Heilwirkungen dient der Buchenrasling als protein- und ballaststoffreiche Nahrung, ideal für gesunde Ernährung. Präklinische Studien deuten auf antidiabetische, präbiotische und antiproliferative Effekte hin, die die Darmgesundheit fördern. Seine niedrige Kaloriendichte unterstützt Gewichtsmanagement.

Erkennung

Der Buchenrasling wächst in Büscheln auf Laubbäumen wie Buche oder Eiche, mit weißlich-braunen, marmorierten Kappen (bis 10 cm Durchmesser). Er erscheint vorwiegend im Herbst in dichten Wäldern, ist aber ganzjährig kultivierbar. Verwechslungen mit ähnlichen Arten wie Hypsizygus ulmarius sind möglich, aber harmlos.

Potenzielle Risiken

Der Pilz ist sicher und essbar, wenn er richtig identifiziert wurde. Wir empfehlen Zuchtpilze zu verwenden, wilde Exemplare nur dann sammeln, wenn man mit der Pilzbestimmung vertraut ist. Bei medizinischer Nutzung Arzt konsultieren, da Wechselwirkungen mit Medikamenten denkbar sind. Es sind keine bekannten Toxine in kultivierten oder wilden Varianten bekannt.

Workshop Buchenrasling oder Shimeji, Heilpilz Spezial 32

Am 13. Oktober 2026, 18:00–21:00 Uhr als online Veranstaltung

Im Heilpilz Spezial Workshop 32 stellen wir diesen besonderen Heilpilz vor: was er kann, wie man ihn verwendet.

Die traditionelle und naturheilkundliche Verwendung wird dabei den wissenschaftlichen Erkenntnissen gegenüber gestellt.

Organisatorisches

42,- Euro inkl. umfangreichem Skript (PDF) sowie den Links zu den Videomitschnitten in FullHD nach der Veranstaltung. Inhalte des Workshops sind so aufbereitet, dass keine Vorkenntnisse erforderlich sind aber sein können.

Anmeldung und Fragen zum Workshop: sissi.kaiser@heimische-heilpilze.at

Verwendete Literatur

Kaiser, S. und Beyer, T. (2025): Heimische Baumpilze: Rezepte und Anleitungen für die Hausapotheke – Altes Wissen küsst moderne Forschung. freya Verlag. Verfügbar unter: https://shop.freya.at/kraeuterwissen/pflanzen-kraeuter/598/heimische-baumpilze [abgerufen am 11. Dezember 2025].

Weitere Quellenangaben

Monira, S. et al. (2012) Antimicrobial, Antioxidant and Cytotoxic Properties of Hypsizygus tessulatus Cultivated in Bangladesh. Research Journal of Medicinal Plants, 6(4), S. 300–308. Verfügbar unter: https://scialert.net/fulltext/?doi=rjmp.2012.300.308  [Zugriff am 08.01.2026].

Bao, H. H. et al. (2011) Molecular properties of water-unextractable proteoglycans from Hypsizygus marmoreus and their in vitro immunomodulatory activities. Molecules, 17(1), S. 207–226. Verfügbar unter: https://www.mdpi.com/1420-3049/17/1/207 [Zugriff am 08.01.2026].

Iuchi, T. et al. (2015) Influence of Treatment with Extracts of Hypsizygus marmoreus Mushroom on Body Composition during Obesity Development in KK-A(y) Mice. Journal of Nutritional Science and Vitaminology, 61(1), S. 96–100. Verfügbar unter: https://www.jstage.jst.go.jp/article/jnsv/61/1/61_96/_article [Zugriff am 08.01.2026].

Liu, M. et al. (2018) Characterization, anti-oxidation and anti-inflammation of polysaccharides by Hypsizygus marmoreus against LPS-induced toxicity on lung. International Journal of Biological Macromolecules, 111, S. 121–128. Verfügbar unter: https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0141813017338813  [Zugriff am 08. Januar 2026].

Angelini, P., Angeles Flores, G., Cusumano, G., Venanzoni, R., Pellegrino, R. M., Zengin, G., Di Simone, S. C., Menghini, L. und Ferrante, C. (2023) Bioactivity and Metabolomic Profile of Extracts Derived from Mycelial Solid Cultures of Hypsizygus marmoreus. Microorganisms, 11(10), 2552. Verfügbar unter: https://www.mdpi.com/2076-2607/11/10/2552  [Zugriff am 08.01.2026].

Tsai, P.-F., Ma, C.-Y. & Wu, J. S.-B. (2013) A novel glycoprotein from mushroom Hypsizygus marmoreus (Peck) Bigelow with growth inhibitory effect against human leukaemic U937 cells. Food Chemistry, 141(2), S. 1252–1258. Verfügbar unter: https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0308814613004706  [Zugriff am 08.01.2026].

Kała, K. et al. (2024) Beech Mushroom (Hypsizygus marmoreus, Agaricomycetes) Cultivation and Outstanding Health-Promoting Properties: A Review. International Journal of Medicinal Mushrooms, 26(3), S. 15–26. Verfügbar unter: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/38505900/ [Zugriff am 08.01.2026].

Kała, K. et al. (2022) Hypsizygus marmoreus as a Source of Indole Compounds and Other Bioactive Substances with Health-Promoting Activities. Molecules, 27(24), 8917. Verfügbar unter: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/36558049/ [Zugriff am 08.01.2026].

Mori, K. et al. (2008) Antiatherosclerotic effect of the edible mushrooms Pleurotus eryngii (Eringi), Grifola frondosa (Maitake), and Hypsizygus marmoreus (Bunashimeji) in apolipoprotein E-deficient mice. Nutrition Research, 28(5), S. 335–342. Verfügbar unter: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/19083429/ [Zugriff am 08.01.2026].

Die Kommentare sind geschlossen.