Herbsttrompete

Die Herbsttrompete – Der schwarze Trüffel des Waldes

Der Herbsttrompete, auch bekannt als Schwarze Trompete, Trompette de la Mort oder Horn of Plenty, ist ein essbarer Wildpilz aus der Familie der Cantharellaceae. Er zeichnet sich durch eine trichterförmige, grauschwarze Fruchtkörperform aus, die eine Höhe von 5 bis 12 cm und einen Durchmesser von 3 bis 8 cm erreichen kann.

Die Oberfläche ist glatt oder leicht filzig, und der Pilz hat keine Lamellen, sondern eine glatte oder faltige Hymeniumschicht. Er gilt als kulinarisch hochgeschätzt aufgrund seines nussigen, rauchigen Aromas und wird oft getrocknet verwendet, da er in frischem Zustand eine zähe Textur hat. Der Pilz ist nährstoffreich und wird in der modernen Forschung als Quelle bioaktiver Verbindungen betrachtet, die potenzielle gesundheitsfördernde Effekte haben.

Wo und wann ist die Hesttrompete zu finden?

Der Herbsttrompete bevorzugt feuchte, kalkreiche Böden und bildet Mykorrhiza-Symbiosen mit Laubbäumen wie Buchen und Eichen. Die Fruktifikationssaison variiert je nach Region: In Mitteleuropa und der Ostküste Nordamerikas von Juni bis September (Höhepunkt August), an der Westküste Nordamerikas von November bis Februar als Winterpilz. Er wächst oft in Gruppen auf moosbedeckten Böden und ist aufgrund seiner dunklen Färbung schwer zu entdecken.

Die Herbsttrompete und ihre Wirkung laut Studienlage

Basierend auf in vitro-, in vivo- und begrenzten klinischen Studien (hauptsächlich in vitro und in vivo an Tieren) zeigen Extrakte des Pilzes vielfältige bioaktive Effekte:

  • Antioxidative Effekte: In vitro-Studien demonstrieren eine starke Fähigkeit, freie Radikale (z. B. DPPH, ABTS) zu binden und oxidativen Stress zu reduzieren.
  • Entzündungshemmende Effekte: In vivo bei Mäusen mit induzierter Immunsuppression verbessert er die Immunantwort.
  • Immunmodulatorische Effekte: In vivo-Studien an Mäusen zeigen eine Steigerung des Milz- und Thymusgewichts sowie eine Umkehrung von Immunsuppression.
  • Antikrebs-Effekte: In vitro hemmt der Pilz das Wachstum von Krebszelllinien wie HepG2 (Leber), A549 (Lunge), MCF-7 (Brust) und HeLa (Gebärmutterhals). Sesquiterpenoide wie Craterellin C wirken selektiv zytotoxisch, ohne normale Zellen zu schädigen.
  • Antimikrobielle Effekte: In vitro wirkt er gegen Bakterien (z. B. Staphylococcus aureus, Escherichia coli) und Pilze (z. B. Candida albicans).
  • Weitere Effekte: Antivirale Aktivität gegen Vaccinia-Virus (in vitro), antimutagene Wirkung gegen Aflatoxin B1, antihyperglykämische Effekte. Keine umfangreichen klinischen Studien am Menschen vorhanden, aber potenzielle Relevanz für Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Darmmikrobiota-Modulation.

Anwendungsbereiche in der Naturheilkunde

In der Naturheilkunde und traditionellen Medizin ist der Herbsttrompete weniger prominent als andere Pilze, wird aber in einigen Kulturen genutzt. In Tansania wird eine Pulvermischung aus Wildpilzen inklusive Craterellus cornucopioides (GACOCA-Formulierung) bei HIV/AIDS-Patienten eingesetzt, um das Immunsystem zu stärken und Kaposi-Sarkome zu behandeln.

In Europa und Asien dient er traditionell als vitalisierendes Nahrungsmittel, getrocknet in Suppen oder Tees zur Förderung der Verdauung, Stärkung der Immunität und allgemeinen Nährstoffversorgung. Ethnomedizinische Anwendungen umfassen Unterstützung bei Schwäche, Infektionen und als tonisierendes Mittel, basierend auf seinem hohen Nährwert.

Wichtige Inhaltsstoffe der Herbsttrompete

Der Pilz enthält eine Vielzahl bioaktiver Komponenten. In der Kategorie Polysaccharide ist vor allem die Fraktion CCPP-1 relevant, die aus Mannose, Glucose, Xylose, Arabinose und Fructose besteht und etwa 20–30 % der Trockenmasse ausmacht.

Polyphenole wie Flavonoide und Phenolsäuren liegen in einer Konzentration von 5–10 mg pro Gramm vor. Terpenoide, insbesondere Sesquiterpenoide wie Craterellin C, sind in variablen Mengen enthalten. Unter den Vitaminen finden sich B-Vitamine in einer Menge von 0,5–2 mg pro 100 g Trockenmasse, Vitamin C in 10–20 mg pro 100 g sowie die Vitamine A, D3 und E.

Essentielle Aminosäuren wie Leucin und Valin machen 2–5 g pro 100 g aus. Bei den Fettsäuren dominieren ungesättigte Fettsäuren wie Ölsäure und Linolsäure mit 1–3 g pro 100 g. Zu den wichtigsten Mineralstoffen gehören Eisen mit 5–10 mg, Zink mit 1–2 mg und Kalium mit 300–500 mg pro 100 g Trockenmasse.


Weitere Vorteile

Neben medizinischen Aspekten ist der Pilz eine wertvolle Nahrungsquelle mit hohem Ballaststoffgehalt (bis 20 %), niedrigem Fettanteil und proteinreicher Zusammensetzung. Kulinarisch eignet er sich für Saucen, Suppen und als Gewürz durch Trocknen und Pulverisieren. Er könnte in der Lebensmittelindustrie als natürlicher Farbstoff oder Aroma verwendet werden. Ökologisch fördert er die Biodiversität in Wäldern durch Mykorrhiza-Beziehungen.

Gut zu wissen

Glücklicherweise gibt es keine wirklich giftigen Doppelgänger der Herbsttrompete. Eine gewisse Ähnlichkeit besteht mit dem Grauen Leistling (Cantharellus cinereus), der jedoch ebenfalls essbar ist. Für Neulinge kann die dunkle Färbung und ungewöhnliche Form zunächst abschreckend wirken, doch wer die Herbsttrompete einmal sicher bestimmt hat, kann sie zuverlässig erkennen.

Wer sich unsicher ist, holt sich am besten eine Beratung zu den gefundenen Pilzen beim nächsten Pilzsachverständigen. Die Adressen sind gut über die Mykologischen Gesellschaften des jeweiligen Landes zu finden.


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Verwendete Quellen

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